Von Super User auf Sonntag, 01. März 2020
Kategorie: Reise

Island 2020 - Teil 1

Mitte Februar 2020 war ich mit meinem Sohn für 11 Tage auf oder in Island. Wie heißt es eigentlich richtig? Es war eine Reise mit kleinen Hindernissen und insbesondere während der letzten Woche hätte das Wetter ein klein wenig besser sein können. Aber hey, Island ist Island, und da kann das Wetter sich minütlich ändern. Mit dem Leihwagen fuhren wir ein Mal um die ganze Insel. Ich will Euch nicht mit einem endlosen Erlebnisbericht langweilen, sondern zeige Euch, wo wir waren.

Die Umgebung von Rekjavik

Kleifarvatn

Der See Kleifarvatn befindet sich auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel. Von Reykjavik aus sind es knapp 30 Kilometer in südliche Richtung. Wer will, kann in dem Städtchen Hafnarfjörður einen Zwischenstopp einlegen. Hafnarfjörður hat außer einem kleinen Hafen und Einkaufsmöglichkeiten allerdings nicht viel zu bieten.

Die Lage des Kleifarvatn ist schon beeindruckend und mit Sicherheit eine Anreise wert. Der See ist sehr schön von Bergen umgeben, darunter der 407 Meter hohe Sveifluháls. An den verschiedensten Stellen bieten sich lohnenswerte Aussichten und Fotomotive.

In der Umgegend des Kleifarvatn gibt es zahlreiche aktive Vulkane. Der See selbst liegt im Vulkangebiet Krýsuvík, das wir anschließend erkundeten.

Der Sage nach gibt es im Kleifarvatn ein Seeungeheuer. Also ist Vorsicht geboten!

 

 

Krýsuvík

Das Vulkansystem Krýsuvík liegt ebenfalls auf der Reykjanes-Halbinsel. Vom Kleifarvatn fährt man auf der Landstraße 42 einfach ein Stück weiter in Richtung Süden.

In dem geothermischen Gebiet dampft und blubbert es ordentlich, und man weiß anschließend, warum das warme Wasser aus den Wasserhähnen in Island in den allermeisten Fällen so stinkt.

In einer Tiefe von knapp 1.000 Metern beträgt die Temperatur bereits 200 Grad Celsius. Bis in die 90er Jahre hat man sich diese Energiequelle zunutze gemacht und die nahe gelegene Ortschaft Hafnarfjörður mit Energie versorgt. 1999 wurde die Anlage jedoch durch eine Explosion zerstört und anschließend wurde die wirtschaftliche Nutzung des Geothermalgebietes aufgegeben.

Das Gebiet kann man über Stege und ausgewiesene Wanderwege erkunden. Im Winter sind die Möglichkeiten natürlich etwas eingeschränkt, aber der Isländer ist hinsichtlich wetterbedingter Absperrungen nicht so restriktiv, und so kann man sich einen guten Eindruck in die für uns Mitteleuropäer ungewöhnlichen Landschaft mit seinen Phänomenen verschaffen.

 

 

Selatangar

Von Krýsuvík geht es weiter über die Straße 42 an die Südküste Islands und dann nach Westen über die 427. Bald wird Selatangar erreicht.

Selatangar ist eine alte Fischereistation, die ca. 1880 aufgegeben wurde, und eine der wenigen, von denen noch Reste erhalten sind. Und so sieht man hier noch einige Grundmauern von alten Steinhäusern. Was aber mehr beeindruckt, ist die außergewöhnliche Landschaft und die Vorstellung, welchen Mühen sich die Fischer in der Vergangenheit unterziehen mussten, um die Früchte des Meeres zu ernten.

Selatangar ist nicht groß ausgeschildert. Man muss also die Augen offenhalten, um die kleinen Hinweisschilder zu entdecken. Von der Landstraße 427 führt ein recht holpriger Weg zu einem "Parkplatz". Allradantrieb ist hier schon zu empfehlen. Von dem Parkplatz aus erkundet man die schroffe Landschaft mit seiner besonderen Topographie am besten zu Fuß.

 

 

Brücke der Kontinente


Über den Ort Grindavik (kurzer Halt in Papas' Restaurant zur Stärkung) ging es zum Hot Spot "Brücke der Kontinente".

Hier treffen die amerikanische und die eurasische Kontinentalplatten aufeinander und die Brücke in der Nähe des Vulkans Gunnuhver führt über einen Spalt zwischen den Kontinenten. Die beiden Kontinentalplatten driften jährlich ca. 2 Zentimeter auseinander.

Ein außergewöhnliches Naturschauspiel oder eine beispiellose Sehenswürdigkeit findet man hier nicht, aber, wenn man dort steht, führt man sich vor Augen, welche Kräfte hier auf die Erdkruste einwirken.

In der Nähe von Grindavik befindet sich übrigens das bekannte Geothermalbad Blaue Lagune. Die Blaue Lagune sind wir nicht angelaufen, da sie uns zu touristisch ist und die Preise entsprechend sind. Stattdessen besuchten wir später in unserem Reiseverlauf im Osten des Landes das Myvatn Nature Bath.

 

 

Gunnuhver

Zum Abschluss der heutigen Erkundungstour ging es zum Vulkangebiet Gunnuhver.

Hier befindet sich das zentrale Hochtemperaturgebiet des Vulkansystems Reykjanes. Hier geht es heiß her und unter den Quellen betragen die Temperaturen um die 300 Grad Celsius. Gunnuhver ist das größte Schlammquellengebiet Islands. Es blubbert, es zischt, es dampft und: Es stinkt.

Auf den ausgewiesenen Wegen und Stegen kann man die Gegend erkunden. Die vorhandene Energie macht man sich in dem Geothermalkraftwerk Suðurnes zunutze.

 

 

Klaifarvatn - nachts -

Ok, nach Gunnuhver kehrten wir zunächst nach Reykjavik zurück, um Abend zu essen.

Aber der Himmel war wolkenfrei (zum einzigen Male während unseres gesamten Islandaufenthalts, wie wir nachher feststellen mussten). Zwar prognostizierte die App Aurora nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für Polarlichter, aber wir wollten uns die Chance nicht entgehen lassen.

So fuhren wir - wie viele andere Besucher Islands auch - nochmals zum Kleifarvatn, fanden eine gute Stelle und warteten und froren, warteten und froren. Leider blieb das große Spektakel aus. Aber immerhin, auf einigen Fotos waren die Polarlichter ansatzweise zu erkennen.

Das Fotografieren mit dem Stativ muss ich auch nochmal üben, denn einige Fotos waren verwackelt.

 

 

Die Umgebung von Reykjavik im Überblick

 

 

Das Goldene Dreieck

Das Goldene Dreieck (englisch: Golden Circle) umfasst das Gebiet östlich von Reykjavik und beheimatet einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Islands. Das Goldene Dreieck kann man problemlos an einem Tag besuchen. Irgendwo habe ich gelesen, dass man dafür circa 300 Kilometer bewältigen muss. Die Hauptattraktionen des Golden Circle sind der Þingvellir-Nationalpark, das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem Strokkur Geysir und der Wasserfall Gullfoss. Außerdem befindet sich im Goldenen Dreieck der Krater Kerið. Den Krater(see) Kerið ließen wir aus, da er im Winter vereist sowie mit Schnee bedeckt ist und damit im Gegensatz zum Sommer wenig beeindruckt, und weil es bereits dämmerte.

Þingvellir-Nationalpark

Þingvellir bezeichnet sowohl einen Ort als auch den ihn umgebenden Nationalpark. Der Ort Þingvellir hat in der isländischen Geschichte eine besondere Bedeutung. Þingvellir steht für "Versammlungsfelder", denn hier wurde im Jahr 930 nach Christus Islands demokratisches Parlament gegründet. Der Þingvellir Nationalpark ist zwar nicht der größte des Landes, aber er allein wurde aufgrund seiner geologischen Einmaligkeit im Jahr 2004 Teil der UNESCO Welterbeliste. Wenn Ihr Þingvellir "Thing-vedler" oder "Thing-vetler" aussprecht, beeindruckt Ihr nahezu jeden Einheimischen.

Das Besondere an Þingvellir ist, dass man hier erkennen kann, wie die amerikanische und eurasische Kontinentalplatten auseinanderdriften. Das zerklüftete Schluchtental, das den Nationalpark durchkreuzt, ist der Beleg. Die Schlucht ist das Ergebnis von Vulkanausbrüchen vor mehr als 10.000 Jahren. Meist befinden sich solche Verwerfungen im Meer.

Des Weiteren verfügt der Þingvellir Nationalpark über viele schöne Aussichten auf das umliegende Flach- und Bergland sowie dem schönen Wasserfall Öxaráfoss. Mit seinen 20 Metern Fallhöhe ist er ob seiner Lage in dem viel besuchten Nationalpark einer der bekanntesten Wasserfälle Islands, wenngleich andere Wasserfälle in Island imposanter daherkommen.

Für den Besuch von Þingvellir solltet Ihr ausreichend Zeit einplanen, denn es sind schon einige Entfernungen zurückzulegen. Im Winter ist adäquates Schuhwerk ein Muss, wenn Ihr Euch nicht des Öfteren auf dem Hosenboden wiederfinden wollt.

 

 

Geothermalgebiet Haukadalur

Das Geothermalgebiet Haukadalur ist das meistbesuchte in Island. Zum einen, weil es zum Touristenmagneten Goldenes Dreieck (Golden Circle) gehört, zum anderen, weil sich hier der einzige Geysir Islands befindet, der noch regelmäßig Wasser und Dampf hoch in die Luft schleudert. Der Strokkur Geysir bricht in der Regel alle 5 bis 15 Minuten aus und die Eruption erreicht eine Höhe von 15 bis 35 Metern.

Dabei ist der Strokkur Geysir nicht die Mutter aller Geysire. Dies ist vielmehr der in unmittelbarer Nähe gelegene Geysir "Geysir". Er ist der Namensgeber aller anderen Geysire auf der Welt. Geysir ist heute nur noch selten aktiv und hat seinen "Betrieb" praktisch eingestellt. Schade, denn seine Fontänen waren um Einiges höher als die des Strokkur Geysirs. In der Vergangenheit hat man versucht, Geysir durch Seife zum Ausbruch zu bringen. Das funktionierte zwar, aber die Bemühungen hat man aus ökologischen Gründen eingestellt. Egal, auch wenn Geysir nicht mehr richtig aktiv ist, das, was Strokkur veranstaltet, ist auch spektakulär.

Und schließlich gibt es im Geothermalgebiet Haukadalur auch noch weiteres Dampfendes und Blubberndes. Aber bitte immer schön auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, um das empfindliche Ökosystem nicht zu schädigen.

 

 

Gullfoss

Knapp zehn Kilometer weiter nördlich und wir sind am Gullfoss. Und dieser Wasserfall verdient die Attribute gewaltig und schön. Als wir dort ankamen, hatten wir Glück, denn die großen Touristenströme waren bereits wieder auf den Weg in ihre Hotels.

Die Region Goldenes Dreieck oder Golden Circle hat ihren Namen übrigens vom Gullfoss, denn Gull bedeutet Gold. Der Wasserfall wird vom Fluss Hvítá (weißer Fluss) gespeist. Der auch im Winter recht breite Hvítá ist ein Gletscherfluss, der das Schmelzwasser des langen Gletschers, dem Langjökull, gen Süden transportiert. Die Fallhöhe des Gullfoss beträgt 32 Meter in zwei Stufen (11 Meter und 21 Meter). Von der zweiten Stufe stürzt das Wasser anschließend in eine Schlucht, die bis zu 70 Meter tief und knapp 2,5 Kilometer lang ist.

Und auch die Landschaft um den Gullfoss herum ist nicht gerade zum Weggucken.

 

 

Goldene Dreieck / Golden Circle im Überblick

 
 

 

Das war Teil 1 der Berichterstattung über unsere Island Rundreise.

Vlog

Über unsere Island Reise 2020 gibt es einen Vlog in drei Teilen.

 

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